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Sauberes Wasser fördert unsere Gesundheit

Arsengehalt im Grundwasser

Erstmals ist in Indien 1983 der Arsengehalt des Grundwassers festgestellt worden und erst Jahre später wurde das Problem durch den Forscher Chakraborti bekannt. In Indien und Bangladesh sind nun weit mehr als 50 Millionen Menschen betroffen – die meisten im Bundesstaat Westbengalen, rund 60 km nördlich der Hauptstadt Kalkutta. Die meisten der erkrankten Menschen stammen aus ländlichen Gegenden. Fast jede Familie ist dort betroffen. Das arsenvergiftete Wasser wird auch zur Bewässerung der Felder genutzt, so gelangt das Arsen ins Essen. In manchen Gegenden wird das Brunnenwasser getrunken. Indische Zeitungen informierten im Dezember 2017 die Bevölkerung vor dem Arsen im Wasser.
Welche Folgen das in den nächsten Jahren noch hat bleibt abzuwarten.
Einst lobten die WHO (Weltgesundheits Organisation) und UNICEF das Grundwasser, wodurch die Menschen angfingen das Grundwasser zu trinken.
In den 1970 Jahren hat die WHO und Unicef das Bohren von sogenannten Rammbrunnen als saubere Wasserquelle und alternative zum Oberflächenwasser freigegeben, denn das Oberflächenwasser hatte Cholera und andere Krankheiten verursacht. Vom Arsen im Grundwasser wusste damals niemand.
Mittlerweile sind tausende Brunnen in ganz Indien und Bangladesh entstanden und aus gut gemeinten Brunnenbau die von Hilfsorganisationen finanziert wurden, ist nun ein grosses Problem entstanden.
Das Arsenproblem ist weltweit ein unbekanntes Thema deshalb entstehen weitere Brunnen und die Menschen erkranken ernsthaft. Eine Arsenvergiftung äussert sich meist durch sogenannte Keratose – eine schmerzhafte, juckende Hornhaut- an den Handflächen und Fußsohlen. Hierzu kommt es danach oft zu eine Hyperpigmentierung der Haut.
Es kann zu Krebserkrankung der Haut und anderer Organe kommen – manchmal erst Jahrzehnte nach der Vergiftung. Auch Nevenkrankheiten können eine Folge sein. Zu den Symptomen gehören Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen und Füssen, brennender Schmerz in den Beinen bis hin zum Muskelschwund.
Es gibt bisher kein ernsthaftes Bemühen irgendeiner Regierung. Es gilt, solange keine wichtige Person eine solche Krankheit bekommt, kümmert es niemanden.

Die Menschen aus den Dörfern wollten das Wasser anfangs nicht trinken, weil das Wasser von unter der Erde stammte. Aber die Unicef, die WHO und die indische Regierung haben Ihnen gesagt: "Ihr bekommt wunderbares Wasser und könnt das ganze Jahr über Ernten." So hätten Sie die Rammbrunnen umgesetzt bis es tausende waren.
Es gibt  keine genaue Statistik, wie viele Menschen in Indien und im benachbarten Bangladesh die Arsenvergifung erlitten haben, auch weil die Ursache einer Krebserkrankung schwer nachweisbar ist. Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge sterben jedes Jahr tausende Menschen in den Regionen an den Folgen des Arsenkonsums.
Bis zu 100 Millionen Menschen weltweit sind der hohen Arsenbelastung ausgesetzt, die zu Krämpfen, Übelkeit, Erbrechen und inneren Blutungen führen können.

Ausgediente Trinkflaschen aus Plastik können das Gift effizient und zugleich sehr günstig aus dem belasteten Wasser filtern. Diese einfache Methode wurde auf einer Tagung der Amerikanischen Chemisten Gesellschaft in Denver präsentiert. "Um in Entwicklungsländern Arsen aus dem Trinkwasser zu entfernen, benötigt man eine einfache Technik mit lokal verfügbaren Materialien", sagt Tsanangurayi Tongesayi von der Monmouth Universität in New Jersey. Zahlreiche Versuche belegten, dass die Arsenkonzentration in Wasser um 99 Prozent reduziert werden kann. Es wurden alte Plastikflaschen aus Polyethylen in kleine Stücke zerkleinert und man beschichtete diese mit der Aminosäure Cystein. In belastetes Wasser eingerührt, lagerten sich die Arsenpartikel an diese Plastikstücke an. "Das funktioniert wie ein Magnet", behaupten die Wissenschaftler. Nach dem Auffangen des Arsen bräuchten die Plastikstücke nur wieder herausgefiltert zu werden und die Quälität des Trinkwassers wäre bereits deutlich besser, so die Wissenschaftler. Tsanangurayi Tongesayi hält es sogar für möglich, mit diesem Verfahren Schwermetalle aus belastetem Trinkwasser filtern zu können. Gegen Keime wirkt dieses Verfahren allerdings nicht, so das ein zusätzliches Abkochen weiterhin sinvoll bleibe.
Schon seit einigen Jahren setzten Wisschenschaftler vom Schweizer Forschungsinstitut Eawag zerstückelte Plastikflaschen zur Arsenbeseitigung in Bangladesch ein. Dabei fügen Sie vor Ort gut verfügbaren Zitronensaft zu.
Unter Sonnenlicht oxidieren die giftigen Arsenverbindungen, fallen aus und können herausgefiltert werden. Mit dieser Methode kann der Arsengehalt allerdings nur um 75 bis 90 Prozent gesenkt werden.

So gingen nun grossangelegte Hilfaktionen für das Recht auf sauberes Trinkwasser fürchterlich schief.
Die meisten Menschen wissen, das das Wasser vergiftet und verunreinigt ist, doch was sollen die Menschen tun?
Die WHO und Unicef schweigen sich aus zu diesem Thema und jährlich werden neue Brunnen gebaut und durch Hilfsorganisationen weltweit zum Einsatz gebracht.
In der westlichen Welt gefeiert, möchte niemand über dieses Thema reden.
Es geht hier um behördliches Versagen und Verantwortlichkeit.
So furchbar die Folgen einer Arsenvergiftung auch sind, es dauert Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnet, bis sie spürbar werden. Das macht es für Politik, für Geldgeber und Hilfsorganisationen einfach, das Problem schlicht zu ignorieren. "Stille Killer sind nichts, was politische Entscheider in Alarmstimmung versetzt", sagt Habibul Ahsan von der Universität Chicago.

Es gibt mehrere Lösungen z.B. müssten die Brunnen tiefer als 150 Meter gebohrt werden, dann müsste es sauberes Wasser geben.
Auch das Filtern von Oberflächenwasser ist möglich.
Langfristig ist es am Besten ganze Gemeinden mit zentral gefiltertem Leitungswasser zu versorgen. Geologen rechnen vor, dass man nur fünf bis zehn Jahre bräuchte, um die am stärksten betroffenen Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen. Trozdem ist bislang wenig geschehen.
Die Herausforderungen sind weniger technischer als Bürokratischer Natur. Was Geologen und Ingenieure für Ihre Lösungen bräuchten ist wohlbekannt.

Der Bau für Tiefbrunnen ist für Dorfbewohner oftmals viel zu teuer. Sie leben in Häusern mit Betonfussböden und Bambusdächern oder Bananenblattdächern,
wo zwischen Töpfen und Pfannen kleine Kocher stehen und Möbel mangelware sind. Das Arsenproblem ist zu gross, als das einzelne es Lösen könnten.
Der Staat und ausländische Geldgeber müssten einspringen. Und genau genommen wäre das Gerecht. Als im Jahre 1970 tausende an Diarrhöe starben, rif dies das Kinderhilfswerk Unicef und die WHO auf den Plan. Sie setzten sich zum Ziel, Entwicklungsländern zu sauberen Trinkwasser zu verhelfen und warben für die Brunnen. Die Menschen sollten nicht länger das schmutzige Oberflächenwasser trinken müssen. Als perfekte Lösung erschienen einfache mit Handpumpen zu bediendende Brunnen- kostengünstig und fast wartungsfrei. Die Regierung unterstützte das Projekt, Gemeinden und Privatwirtschaft halfen beim Bau. Damals erschien das eine gute Idee zu sein: Statt Symptome zu behandeln, setzte man bei der Ursache an. Landesweit wurde gebort, erst von der Regierung, Unicef und anderen Nicht- Regierungs Organisationen, später von einzelnen Familien in Eigenregie.

Die Wasserqualität wurde vom Britschen Geologischen Dienst getestet – doch dieser vergaß bei der Analyse ausgerechnet die todbringende Substanz Arsen. Viel zu spät stellte man fest, das der Asengehalt in Millionen von Brunnen die von der WHO als ungefährlich eingestufte Menge um das Zehnfache, das Zwanzigfache, teilweise sogar das fünfzigfache überstieg.

Die Substanz gelangt auf natürlichem Weg ins Grundwasser. Arsenhaltige Eisenerzpartikel werden aus dem Himalaya, Nepal über den Ganges bis nach Bangladesh und Indien gespült. Dort lagern sie sich in den Marschen und Sümpfen ab, wo verrottende Vegetation sie zersetzt – dabei wird das Arsen frei.
Es gelangt in den Grundwasserspiegel nahe der Oberfläche. Besonders gefährdet sind Landarbeiter, denn sie konsumieren viel Wasser und den ebenfalls stark Arsenbelasteten Reis.

Häufige Folgen sind Hautläsionen – mal raue, schwärzliche Knoten an den Händen und Füßen, mal weisse Flecken auf der Brust. Aber diese Erscheinungen sind das kleinste Problem für die meissten Betroffenen.
Meistens wirkt Arsen unsichtbar. "Es zählt zu den wichtigsten uns bekanntesten Giftstoffen", sagt Ana Navas – Acien, Proffessorin für Umwelt und Gesundheit an der Columbia Univerität.

Als die Gefahr bekannt wurde untersuchte die Weltbank etwa die Hälfte
aller Brunnen und schätzte, dass rund jder dritte kontaminiert sei. Mehr als 58 Millionen Menschen galten als gefährdet.
Verschmutzte Brunnen wurden z.B. in Bangladesh rot markiert – doch neue unbedenkliche Wasserquellen wurden kaum angeboten.
Wissenschaftler versuchten, Filter für den heimischen Gebrauch unters Volk zu bringen. Auch diese Anstrengungen verpufften.

Hier zeigt sich das typische Muster im globalen Gesundheitswesen.

Doreen Hebestedt
Mike Beran

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